Mountainbiken – 2011

Wahnsinn … !

Freitagabend. Es begann alles so gmeütlich. Nach einem leckeren Grillerchen an der Talsperre Kriebstein gab es noch ein letztes Bier Maik und dann ging’s ab in die Koje, denn am frühen Samstagmorgen erwartete uns die Höllentour.

Nach einer kurzen und knackingen Einweisung griffen wir mit dem Mount Rochlitz dann auch gleich die erste Wand an. Ich habe mich erst einmal hinten eingereiht, um das Feld besser überblicken zu können. Nach einem gefühlten halben Tag  und gefühlten tausend Höhenmetern kamen wir auf dem Gipfel an. Nach meiner Rechnung müsste es von jetzt an also nur noch bergab gehen. So  war es dann auch erst einmal. Eine schöne Abfahrt in Richtung Wechselburg, Alt-Zschillen und der nächsten Pause in Lunzenau. Die Stimmung im Feld war wieder etwas besser, ich konnte das von hinten ganz gut beobachten.

Nur noch ein paar Kilometer entlang des Mulde Canyon und dann sollten wir Amerika erreichen, dort sollte es dann endlich etwas zu Beißen geben, dachte ich, und nachdem mein Frühstück nicht ganz so üppig ausgefallen war, ließ mich diese Vorstellung noch schneller in die Pedale treten.

Allerdings blieb ich meiner Taktik treu, das Feld von hinten zu kontrollieren.

Amerika! Endlich!Das  Schnitzel mit Bratkartoffeln oder die Fetbemme (für manche auch gerne zwei Fettbemmen) kamen bei allen sehr gut an. Auch Rudis Fürsorge in Sachen Rohkost war herzzerreißend. Ich denke mit der Scheißerei hätte das Feld auch gestreikt. Alles war also perfekt, nun ja, ein kurzes Nickerchen hätte dem Einen oder Anderen vielleicht noch gut getan, aber wir mussten weiter, wir wollten ja schließlich vor Einbruch der Dunkelheit wieder zurück sein. So ging es dann anfänglich ganz gemütlich voran und der orange Punkt immer hinterher.

Nach einer ganzen Weile jedoch standen wir erneut vor einer Wand hoch zum Viadukt. Diese Tatsache irritierte mich dann ein wenig, da ich eigentlich angenommen hatte, meine tausend Höhenmeter bereits hinter mir gehabt zu haben. Egal. Hochgeschoben das Ding. Nächste Abfahrt. Geschafft! Jetzt sollten wir doch langsam die besagt Brücke sehen und dann geht es doch auch schon auf die Zielgeraden. Ich sollte mich also im Feld so langsam weiter nach vorne mogeln, dachte ich und stand schon vor der nächsten Wand. Hochgeschoben! Und wieder runter. Dann wieder hochgeschoben und wieder runter. Wo blieb denn diese Brücke? Na klar wieder hochgeschoben und runter. Das Feld immer noch vor mir und … Pause! Schön hier, warum nicht verweilen?!

Die Stimmung im Feld schien nun nicht mehr ganz so gut, das sollte mir zu gute kommen. Ein Berg dürfte ja nach meiner Rechnung nun wirklich nicht mehr kommen, das heißt wenn es keine Attacken mehr gibt, kommt es also zu einem Massensprint. Erika Zabel sagte auch immer: Junge, mit deinem Gewicht musst über die Berge kommen und dann erst kommt deine Zeit. Bis zur Brücke musste ich das Feld also noch kontrollieren, am besten von hinten dachte ich. Nach weiteren 36 Anstiegen dann endlich die Brücke. Das Feld zerriss und … (komisch auf dem Schild stand Mount Rochlitz) ich stand vor der steilsten Wand des ganzen Tages.  Nun hieß es wieder hochgeschoben! Das konnte ich, das hatte ich den ganzen Tag geübt. Als erstes kassierte ich Lutze. Jetzt kommt meine Zeit, dachte ich und … Komisch?! Eben waren die anderen doch noch zu sehen.

Wenige Minuten später erreichte ich das Mannschaftsfahrzeug in Rochlitz. Die anderen waren schon da. Alle stolz, es geschaftt zu haben. Respekt Jungs (ganz großen Respekt an Elli!), das war diesmal echt nicht ohne. Einen großen Dank gilt Micha und seinen Jungs. Hier ein paar Impressionen, irgendwie komisch, dass ihr auf vielen Fotos nur von hinten zu sehen seid:

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